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Unser Konzept

1.      Geschichte

Das pro Büro für Jugendarbeit hat Geschichte, die im Rückblick schnell verstrichen ist und aktuell ein stolzes Ergebnis präsentiert.

„Es müsste sich was verändern…“ – dieser Titel eines prämierten Videobeitrages von Jugendlichen für Jugendliche, der im Jahre 1997 parallel einer Jugendselbst-befragung entstand, ist immer wieder eine gelungene Aufforderung über die etablierte Arbeit nachzudenken und neu auszugestalten. Unter diesem Veränderungsaspekt betrachten wir heute die 20-jährige Geschichte der offenen Kinder- und Jugendarbeit der Verbandsgemeinde Altenahr, die damals 1991 in Büroräumen in Kreuzberg entstand. Als zweite Gebietskörperschaft im Kreis Ahrweiler setzte sich Hermann Heiser, Verbandsgemeindebürgermeister a.D.,  für die Einrichtung und Etablierung einer dezentralen Kinder- und Jugendarbeit ein.

Nach dem der nun amtierende Bürgermeister Achim Haag im Jahre…. dieses Erbe und diese Aufgabe übernahm, ergab sich im Jahre 2000 ein Geschenk besonderer Art: Frau Dr. Wieland aus Ahrweiler bot die kostenfreie Nutzung der Jugendbüroräume in der Seilbahnstr. 8 in Altenahr für 20 Jahre an.

Hier bekam Jugendpfleger Werner Söller und sein mittlerweile mehrköpfiges Team ein Zentrum das zum Dreh- und Angelpunkt der Kinder- und Jugendarbeit geworden ist.
2.      Einleitung

Mit dieser Konzeption legt das pro Büro für Jugendarbeit der Verbandsgemeinde Altenahr die Grundlage und Ausrichtung seiner Arbeit vor und möchte so das Verständnis und die Transparenz verbessern.
Erst bei  genauerer Betrachtung dessen, was sich in den vergangenen Jahren entwickelt hat, lässt sich die Nachhaltigkeit und Spontanität, die Komplexität und Einfachheit der Jugendarbeit im Allgemeinen erkennen. Die vermeintlichen Widersprüche bzw. Gegensätze in diesem Spannungsfeld spiegeln treffend nicht nur die Schwierigkeit einer Konzeptentwicklung in der  Jugendarbeit wieder, sondern fordern geradezu heraus ständig und stetig Jugendarbeit zu überprüfen und aktuell den Bedürfnissen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen und den Menschen im Sozialraum  anzupassen.

Insofern ist das Konzept  der Jugendarbeit, auch das der Verbandsgemeinde Altenahr und des Jugendbüros, immer ein aktuelles Blitzlicht auf den Fundamenten der Geschichte, aber auch ein Entwurf, der ausgerichtet ist auf eine Vision  aller  Menschen für und in unserem Sozialraum.

Jedes Konzept beruht auf theoretischen Erkenntnissen und rechtlichen Grundlagen. Das Andere, das Besondere unseres Sozialraumes ist die Triebfeder für die ständige Überprüfung unserer Arbeit mit Kindern, Jugendlichen:

Sind wir noch auf dem richtigen Weg?  –

ein spannender  Prozess, den wir mit allen Generationen, Bürgern und Institutionen unserer Verbandsgemeinde  Altenahr gehen.

Dahinter steht für uns das Verständnis der Partizipation aller Beteiligten. Mitwirkung, Mitentscheidung und Mitbestimmung sind für uns die Grundsätze in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen und zeigt sich  in der Verantwortungsübernahme  für den eigenen Lebensraum.

Die Herausforderungen einer schnelllebigen Zeit, eines elementaren Wandels  in unserer Gesellschaft stehen  diesem Ziel erschwerend gegenüber. Bildung und Erziehung verteilt sich zunehmend mehr auf eine Vielfalt von Institutionen und Personen. Traditionelle Werte und Normen verlieren ihre Bedeutung, eine zu beobachtende Individualisierung in unserer Gesellschaft, die Zunahme vieler Möglichkeiten sein Leben zu gestalten, stellt an uns alle neue Aufgaben, denen wir uns als Gemeinwesen zu stellen haben.

Junge Menschen in die Verantwortung für sich und die Gesellschaft zu begleiten ist und bleibt der Anspruch der Kinder, – und Jugendarbeit. Die Wege dorthin sind jedoch deutlicher und flexibler auf die Bedürfnisse und Bedarfe einzustellen.

Wir wollen vorhandene jugendpolitische Synergien für unsere Arbeit nutzen und die Herausbildung einer starken Lobby für Kinder- und Jugendinteressen fördern und es durch unsere Aktivität weiterknüpfen. Angebote für eine Generationen-übergreifende Arbeit sollen ein Interessenausgleich der Generationen bewirken.
Konzepte sind immer auch Brücke politischer, sozialer und moralischer Wert- und Handlungsmaßstäbe mit verschieden breitem Geltungsanspruch.

Dieses in die Konzeptentwicklung des Jugendbüros auf eine transparente und breite Basis  zu stellen ist unser aktuelles Anliegen.

3.      Leitbild

Wir möchten jungen Menschen frei von Vorurteilen Wegbegleiter sein, sie persönlich und sozial bilden. Eingebunden in die Gesellschaft sollen sie angeleitet werden aktiv Verantwortung für die Gestaltung ihres Lebensraumes zu übernehmen.
Basis für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Verbandsgemeinde Altenahr sind die Grundgedanken:
Kinder und Jugendliche sollen und möchten

v freiwillig, aber nicht unverbindlich eingebunden werden,

v dort abgeholt werden, wo sie stehen.

v wahrgenommen werden mit ihren vielfältigen Interessen,

v angeleitet werden, ihre Interessen angemessen zu vertreten,

v aktiv an der Gestaltung ihres Lebensraumes beteiligt werden,

v ernst genommen werden mit ihren jeweiligen Bedürfnissen.

Für die Umsetzung des Leitbildes ist eine wertschätzende  und annehmende Haltung erforderlich.

4.      Gesetzliche Grundlagen

Die gesetzliche Grundlage für die Jugendarbeit ist im SGB VIII verankert und gehört zu den Leistungen der Jugendhilfe. Wichtigste Funktionsgrundlage der offenen Jugendarbeit sind die §§ 1, 11, 13 sowie  14 SGB VIII[1].Auf Maßnahmen, Veranstaltungen und sonstige Angebote der Jugendarbeit haben junge Menschen einen Anspruch.

Der Träger der öffentlichen Jugendhilfe ist zwar gesetzlich verpflichtet, insbesondere die in § 11 SGB VIII Abs. 3 genannten Schwerpunktangebote zur Verfügung zu stellen, in welcher Form und von welchem Träger bleibt allerdings ihm überlassen.

Die allgemeinen Zielvorgaben des SGB VIII und des rheinlandpfälzischen Ausführungsgesetzes werden durch § 2 des Landesgesetzes zur Förderung der Jugendarbeit  und Jugendsozialarbeit (Jugendförderungsgesetz) weiter präzisiert:

  • Jugendarbeit fördert die aktive Mitwirkung junger Menschen an der Gestaltung ihrer Lebenswelt (vgl. § 2 Abs. 1 Jugendförderungsgesetz).
  • Jugendarbeit orientiert sich hinsichtlich ihrer Inhalte und Formen an den Interessen und lebensweltlichen Bezügen junger Menschen (vgl. § 2 Abs. 3 Jugendförderungsgesetz).
  • Jugendarbeit leistet einen Beitrag zur Stärkung weiblicher Identität und Selbstständigkeit und soll damit auf die Gleichberechtigung der Geschlechter hinwirken (vgl. § 2 Abs. 4 Jugendförderungsgesetz).
  • Jugendarbeit schafft für Kinder geeignete Formen der Beteiligung an der Gestaltung der Lebenswelt (vgl. § 2 Abs. 5 Jugendförderungsgesetz).
  • Jugendarbeit soll interkulturell ausgerichtet sein und zum Abbau von Vorurteilen und zum gegenseitigen Verständnis beitragen (vgl. § 2 Abs. 6 Jugendförderungsgesetz).
  • Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe sollen den Anteil der für die Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit bereitgestellten Mittel gesondert ausweisen (vgl. § 4 Jugendförderungsgesetz).[2]

Weitere Maßgabe für die Umsetzung der Offenen Jugendarbeit im Kreis Ahrweiler ist das Landesgesetz zur Förderung der Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit in Rheinland – Pfalz.

Auch § 16 c (Beteiligung von Kindern und Jugendlichen) der Gemeindeordnung (GemO) Rheinland-Pfalz kommt zum Tragen:
Die Gemeinde soll bei Planungen und Vorhaben, die die Interessen von Kindern und Jugendlichen berühren, diese in angemessener Weise beteiligen. Hierzu soll die Gemeinde über die in diesem Gesetz vorgesehene Beteiligung der Einwohner hinaus geeignete Verfahren entwickeln und durchführen.

5.      Finanzierung

Eine der wichtigsten Rahmenbedingungen für eine tragfähige und zukunftsweisende Kinder- und Jugendarbeit ist eine solide Finanzierung. Diese trägt zu 100 % die Verbandsgemeinde Altenahr, die sich der Refinanzierung durch den Kreis Ahrweiler bedient. Dieser leistet einen jährlichen Sachkostenzuschuss und einen jährlichen Zuschuss zu den Personalkosten des hauptamtlichen Mitarbeiters. Aus den jährlich zur Verfügung gestellten Haushaltsmitteln werden folgende Aufgabenfelder finanziert:

  • Projekte im Rahmen der Kinder- und Jugendbildung
  • Prävention in der Kinder- und Jugendarbeit
  • Kooperation Jugendarbeit und Schule
  • Kinder- und Jugendkulturveranstaltungen
  • Fahrten und Freizeiten
  • Ehrenamt – Begleitung und Fortbildung
  • Gremien, Ausschüsse und Teamtreffen
  • Spielmobil
  • Kinderferienwochen
  • Bürounterhaltung,  -wartung- und –anschaffungen
  • Jugendtaxi
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Fortbildung und Supervision

Die Arbeit des Jugendbüros wird durch Spendenmittel, Teilnehmerbeiträge und durch Veranstaltungs- und Projektzuschüsse ergänzt. Hierbei werden beispielsweise Zuschüsse aus den Mitteln des Kreisjugendamtes, des Landesjugendamtes, des Ministeriums für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen RLP (MIFKJF), des Landesfilmdienstes und der Landeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (LZG), Aktion Mensch in Anspruch genommen.

6.        pro Büro für Jugendarbeit

Zentraler Mittelpunkt und Anlaufstelle ist das Jugendbüro in der Seilbahnstraße 8 in Altenahr. Auf zwei Etagen befinden sich das Büro des Jugendpflegers, Büros für Mitarbeiter und Praktikanten. Multifunktionale Räumlichkeiten bieten vielfältige Möglichkeiten zum Treffen, Planen und Organisieren. Die Ausstattung durch Material, Technik und Küche bietet optimale Voraussetzungen intern wie extern Aktionen und Projekte durchzuführen.

6.1.    Personelle Ausstattung

1 hauptamtlicher Jugendpfleger

2 Teilzeitmitarbeiter

1 Freiwilliges soziales Jahr (FSJ)

1 Mitarbeiterin für Reinigung

Praktikanten

6.2.    Zielgruppen

Die Zielgruppen im Sinne dieser Konzeption haben mittlerweile eine große Bandbreite eingenommen und benötigen unterschiedlichste Aufmerksamkeit,  Engagement und Energie. Sie reichen von Kindern unterschiedlichen Alters über Jugendliche, junge Erwachsene auch in der Rolle der ehrenamtliche Mitarbeiter, den Praktikanten, Sozialstundenleistenden bis zu den Eltern, als den Erziehungsberechtigten all derer.

6.2.1.  Kinder

Unter der Prämisse Bildung von Anfang an beginnt auch schon hier eine Kooperation mit den Kindertagesstätten und Grundschulen in der Verbandsgemeinde. Gemeinsame Projekte und Strategien finden hier ihren Platz und lassen somit auch Kinder unterschiedlichsten Alters einbinden. Die Woche der Kinderrechte, die Figurentheater, Ferienaktionen und die Nachmittags-betreuungen sind gute Beispiele für das Engagement mit und für Kinder, die die Zukunft der Verbandsgemeinde bedeuten.

6.2.2. Jugendliche

Die Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahre liegen dem Jugendbüro besonders am Herzen und nehmen im Arbeitsalltag des Jugendbüros den größten Platz ein. Hier reicht die Aktionsbandbreite von der Begleitung der zahlreichen Jugendtreffs über Kooperationen mit der Ahrtalschule, bis hin zu Angeboten und Projekten wie Ferienaktivitäten, sozialen Jungs oder auch Praktikanten in dieser Altersgruppe. Hier liegt auch ein besonderer Augenmerk auf die “Kids”, die 12 – 14 jährigen, die sich als Kinder auf der einen Seite gut begeistern lassen, aber schon zur Gruppe der Jugendlichen gehören möchten.

6.2.3.  Junge Erwachsene

Die jungen Erwachsenen gewinnen wir über spezielle thematische Angebote und rekrutieren und begeistern sie auch schon ab 16 das Engagement als Betreuer. Diese Altersgruppe ist schon sehr stark in das Schul- und Berufsleben eingebunden und haben somit Einfluss auf die zeitlichen Ressourcen.

6.2.4. ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Ohne Betreuerinnen und Betreuer in den vielen Ehrenamtsfelder der Verbandsgemeinde wäre vieles nicht möglich und in den Vereinen, bei den freien Trägern und auch im Jugendbüro würde ein großes Betreuungsloch entstehen. Von daher sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter die Seele vieler Veranstaltungen und Aktionen, die entsprechend darauf vorbereitet und begleitet werden. Die Angebote in mittlerweile allen Ferien, die Treffangebote,  die Kinderferienwochen sind nur durch das große Engagement möglich. Somit brauchen wir immer wieder eine Rekrutierung jungen Menschen, da die Verweildauer durch Beruf, Studium und Partnerschaft schnell vorbei sein kann. Es ist unbedingt erforderlich nicht nur auf gute Ausbildung und Begleitung zu achten, sondern Anerkennung, Fürsorge und Wertschätzung zu ermöglichen.

6.2.5. Praktikanten

Das Jugendbüro ist auch immer wieder gefragter Platz zur Ableistung eines Praktikums. Sei es im Rahmen von kurz- oder langfristig ausgelegten Praktika bieten sich hier vielfältige Möglichkeiten für junge Menschen, sich einzubringen und auszuprobieren. Hier beruht das Lernen auf gegenseitigem Interesse, weil diese jungen Menschen für ihre Altersgruppe sprechen, neue Ideen einbringen und sich so an der Arbeit des Jugendbüros partizipieren können. Diese erforderliche und auch zeitintensive  Anleitung, Begleitung und Unterstützung wird von den Mitarbeitern geleistet, beginnend mit dem Einstiegs- und Kontaktgesprächen mit Eltern und Lehrern bis zur Reflektion und Auswertungen.

6.2.6. Sozialstundenableister
Die Möglichkeit zur Ableistung von Sozialstunden ist den jungen Menschen im Jugendbüro gegeben und wird immer häufiger in Anspruch genommen. Hier ist die Kooperation mit der Jugendgerichtshilfe und teilweise mit den Eltern unumgänglich.  Durch ein neu entwickeltes „Sozialstundenprojekt“ im Kreis Ahrweiler, an dem sich auch schon zwei mal das Jugendbüro beteiligt hat,  soll nicht nur ein reines Ableisten von „Strafarbeit“ sichergestellt werden, sondern die soziale Begleitung und Förderung intensiviert werden.

6.3.    Öffentlichkeitsarbeit
Die Öffentlichkeitsarbeit hat einen großen Stellenwert. Es wird sichergestellt, dass Pressearbeit im Rahmen von Ankündigungen, Berichten, Informationen und Bildmaterial einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Flyer und Plakate für verschiedenste Veranstaltungen werden gestaltet und verbreitet.

Internetpräsenz ist zunehmend ein Weg, die Zielgruppen  zu erreichen und kurzfristig Termine bekannt zu geben. Mittels der Gestaltung und einer regelmäßigen Überarbeitung der Homepage bekommt die Arbeit des Jugendbüros ein Gesicht. Der Kommunikation über die oft kritisch gesehenen sozialen Netzwerke im Internet, kommt ein immer höherer Stellenwert zu, weil sich Jugendliche darüber definieren, informieren und verständigen.

Durch ein prägnant gestaltetes Logo hat das Jugendbüro ein Identifikations-merkmal mit hohem Wiedererkennungswert geschaffen.
Wichtige Bausteine wie persönliche Kontaktpflege, flexible Arbeits- und Öffnungszeiten und mobile Erreichbarkeit kommen jugendrelevanten Bedürfnissen entgegen.

6.4.    Büromanagement

Im Jugendbüro fallen verwaltungstechnische und büroorganisatorische Tätigkeiten an. Es müssen die jährlich benötigten Haushaltsmittel aufgestellt werden.  Abrechnungen werden getätigt, Zuschüsse und Anträge werden gestellt, Versicherungsangelegenheiten wenn nötig bearbeitet. Der anfallende Schriftverkehr in Form von Einladungen, Protokollen, Bescheinigungen, E-Mails sind ebenfalls Bestandteil der Büroarbeit. Die Datenpflege, wie z.B. Führen von Teilnehmerlisten und Adressverwaltung muss ständig be- und überarbeitet werden. Digitale Fotobearbeitung und -verwaltung, Buchführung, Ablage, Materialverwaltung- und -beschaffung sind Aufgaben, die bewerkstelligt werden wollen. Darüber hinaus ist Netzwerkadministration erforderlich, wobei die Hard- und Software darauf abgestimmt sein muss, die Arbeitsabläufe möglichst effektiv gestalten zu können.

6.5.    Service
Um die unterschiedlichsten Angebote und die verschiedensten Gruppierungen dezentral zu unterstützen, hat sich das Jugendbüro zur Aufgabe gemacht verschiedene Dienstleistungen vorzuhalten und zur Nutzung auszuleihen. Diese Serviceleistung ist ein nicht unerheblicher Beitrag zur Stärkung gemeindlicher Kinder-, Jugend-, und Vereinsarbeit und unterstützt  die Kindertagesstätten, Schulen und freien Träger in der VG Altenahr.

6.5.1. Spielmobil
In einer groß angelegten Spendenaktion der Kreissparkasse Ahrweiler wurden im Jahre 1995 Spielmobilanhänger an die jeweiligen Kommunen ausgehändigt. Auch wir in der Verbandsgemeinde Altenahr profitieren seitdem von diesem Angebot und stellen es den Einrichtungen zur Verfügung. Das Spielmobil möchte in der Verbandsgemeinde Altenahr bei Aktionen, an Festen, Veranstaltungen und Kinderbetreuungen das spielerische und freizeitpädagogische  Angebot für Kinder und Jugendliche erweitern. Besonders bei Festen und Veranstaltungen von Gemeinden, Pfarrgemeinden, Kindergärten, Schulen, Kinder- und Jugendtreffs sowie Vereinen, die im dörflichen Leben nach wie vor einen hohen Stellenwert einnehmen, soll das Spielmobil sinnvolle Beschäftigung für Kinder und Jugendliche darstellen. Die Idee ist ganz einfach: Der Anhänger wird geliehen (kostenlos für Kindergärten und Schulen der VG Altenahr) oder gemietet und wird in die Veranstaltungen eingebunden.  Notwendig ist sicher ein kleiner Stab an MitarbeiterInnen, die die Spielgeräte betreuen, unterstützend mitspielen und auch dafür Sorge tragen, dass das Material wieder sorgsam in das Spielmobil eingeräumt wird. Wer sich die Vorbereitung eines Festes zeitlich und organisatorisch leisten kann, kann sich im Jugendbüro Literatur und Filme ausleihen. Jedes Jahr finanziert die Verbandsgemeinde neue Spielgeräte, um so die Attraktivität zu erhalten. Um dieses Angebot nachhaltig vorzuhalten setzt das Jugendbüro seit Anfang an eine Spielmobilverwalterin ein, die sich mit um die Werbung (Flyer), Sponsoren, um die Terminierung, Ausleihe und Rücknahme kümmert. Die Wartung/TÜV, die Spielegerätewartung und auch Neuanschaffung sowie die Einlagerung ins Winterquartier sind ebenfalls Aufgaben, die auf die Spielmobilverwaltung zukommen.

6.5.2. Jugendtaxi
Das Jugendtaxi in der VG Altenahr ist das erste Angebot, dieser Art in Rheinland- Pfalz, das präventiv ein jugendpolitisches Thema aufgriff. Es wurde nach der aktivierenden Jugendselbstbefragung im Jahre 1999 ins Leben gerufen und unbürokratisch und bedarfsorientiert in die Praxis umgesetzt. Jugendliche stellten fest, dass die mangelnde Mobilität ein Hauptproblem in der VG  Altenahr darstellt.  Die Eckpunkte des Jugendtaxis waren und sind die Altersgruppen 12 bis 20 Jahre rund um die Uhr  und  zum halben Preis. Dadurch ergaben sich schon tausende Fahrten, die unsere jungen Menschen unter dem Motto: ,,Sicherer als der Daumen  schneller als zu Fuß und bequemer als der Krankenwagen“ nach Hause brachten. Gerade dem Sicherheitsaspekt der weiblichen Jugendlichen kommt dieses Angebot im Besonderen nach. Viele Nachahmer meldeten sich im Laufe der Jahre und  adaptierten das Konzept auf die jeweils örtlichen Gegebenheiten. Das Angebot ist eine wichtige Ergänzung zum Elternhaus, Freunde und auch ÖPNV, die Kontakte im ländlich strukturierten Raum ermöglichen und aufrecht erhalten.

6.5.3. Technik & Materialien:
Das Jugendbüro unterstützt auch auf materielle Art und Weise die Angebote und die Einrichtungen. Dies beginnt mit der Nutzung der Räume im Jugendbüro unter Aufsicht bis hin zur Gestaltung von Aufgaben am PC und zur Vervielfältigung. Zum Verleih stehen neben Brettspiele und Bücher auch eine digitale Video- und Fotokamera auch Brettspiel und Spielgeräte, Grill und Festgestaltungselemente, Präsentationsmaterial von Pinnwand und Flipchart bis zum Beamer,  Laptop und einem kompletten 16mm/DVD Filmvorführpaket (Leinwand DVD und Ton). Im Rahmen des Konjunkturpaketes II erhielt das Jugendbüro eine komplette Musik- und Lichtanlage mit Mixer, Boxen, Funkmikros, DVD, und LED Strahlern.  Die vier vorhandenen Geocachgeräte machen eine moderne GPS Schnitzeljagd möglich, die zurzeit auf große Resonanz stößt. All dies wird verwaltet und verliehen zum Zwecke der Unterstützung, Begleitung und auch der Selbstorganisation von Gruppen und Institutionen.

 

7.      Gesellschaftliche Wandel

7.1.    Gesellschaftlicher Wandel

Gesellschaftlicher Wandel – fast ein Modewort und allzu häufig,  Inbegriff dafür , was alles nicht mehr geht. Veränderung der Sozialisationsinstanzen von Familie  Schule und Beruf, eine dramatische Veränderung der Geschlechterrollen. Eine institutionalisierte Form der Sinngebung und Sinnsuche weicht einer zunehmenden individualisierten Form der Sinnsuche .

Im Zuge der Pluralisierung und Individualisierung gehen einher: Entgrenzungen individueller und kollektiver Lebensmuster, Auflösung traditioneller Milieus, Wertewandel und  Orientierungslosigkeit. Neue Medien, virtuelle Welten als  Ersatz von Realität. Der Mensch fühlt sich entbettet.

Gesellschaftlicher Wandel ist auf den ersten Blick bedrohlich, denn Wandlungen sind  immer krisenhaft. Das Zeitalter der „Eindeutigkeiten“ weicht einer pluralen Gesellschaft.

Das Festhalten an Bewährtem käme jedoch einem Rückschritt gleich. Wandel anzunehmen als Herausforderung für die klassischen Bildungsinstitutionen, als Chance die Lebenswelt als „Bildungslandschaft“ zu erschließen und Bewährtes in eine Auseinandersetzung mit aktuellen Anforderungen zu bringen. Im Rahmen dieses Individualisierungsprozesses werden Eigenständigkeit und Eigenverantwortlichkeit zur absoluten Leitgröße unserer Gesellschaft.

7.2.    Bildung im Wandel

Nicht erst seit PISA steht Bildung auf dem Prüfstand, sondern mit der immer wieder gestellten Frage: Wie bereiten wir uns, unsere Kinder und Jugendlichen auf die Anforderungen in unserer Gesellschaft vor? Das geschieht im Rückblick, als auch mit Blick auf die Gegenwart tagtäglich. Im Zeichen eines skizzierten Wandels, fällt  der Blick in die Zukunft jedoch schwer und bedarf eines veränderten Bildungsverständnisses.

Ein erweitertes Bildungsverständnis, dass personale Kompetenzen als subjektives, selbstreflexives Lernen begreift, d.h. sich prüfend, beurteilend, abwägend und schöpferisch mit seiner Entwicklung auseinandersetzt. Es ist ein  ganzheitlich umfassender Prozess zur eigenbestimmten Lebensführung. Es ist ein Prozess, um Leistungspotentiale zu entwickeln, kompetent zu handeln, Probleme zu lösen und Beziehungen zu gestalten. Das ganzheitliche Bildungsverständnis umfasst kognitives, emotionales und soziales Lernen. Ein großer Teil der Bildung findet außerhalb formeller unterrichtlicher Lernsituationen statt. Mit der Kennzeichnung als allgemeine, politische, soziale,
gesundheitliche, naturkundliche und technische sowie kulturelle und sportbezogene Bildung wird die Vielfalt der Bildungsaktivitäten der Jugendarbeit deutlich.

In der Konsequenz bedeutet dies eine deutlichere Verzahnung von formellen Lernprozessen in den klassischen Bildungsinstitutionen:  Vorschule, Schule und beruflicher Bildung mit informellen Lernprozessen außerschulischer Angebote und Freizeitmöglichkeiten der Lebenswelt der Menschen.

Die (Wieder)Entdeckung des Sozialraums als „Bildungslandschaft“ gehört zu den Chancen des Wandels , die den Menschen aller Altersstufen eine Perspektive, Heimat geben kann. Dies setzt eine Bereitschaft zur Kooperation von Vereinen, Organisationen und Personen voraus. Die Nachmittagsbetreuung an den Grundschulen der Verbandsgemeinde stehen stellvertretend neben anderen Projekten in unserer Verbandsgemeinde für dieses Bildungsverständnis.

 

7.3.    Kinder- und Jugendarbeit im Wandel

Kinder- und Jugendarbeit hatte über lange Zeit den Stellenwert einer Vorbereitung  auf eine Welt der Erwachsenen. Jugendarbeit hatte hier den Charakter einer Übergangszeit in einem zeitlich begrenzten Zeitfenster.  Die Realität zeigt jedoch auch hier eine Flexibilisierung dieser Übergange Kind-Jugendlicher- Erwachsener. Ein Modell der aufeinanderfolgend aufbauenden  Entwicklungsstufen  weicht einer Biographie der Heranwachsenden mit Brüchen, Umwegen und Sozialisationsbedingungen, die sich individuell sehr unterschiedlich darstellen und dabei auch die zeitlichen Übergänge bzw. Phasen  aufweichen.

Kinder und Jugendliche werden sehr viel früher in das Leben gestellt. Sie sind in ihrer  Lebensplanung zunehmend auf sich allein gestellt. Das beinhaltet Chancen und Risiken, die sehr eng beieinander liegen.

Freisetzung aus überkommenen Bindungen bedeutet  nicht zwangsläufig mehr Freiheit. Freisetzung trifft in der postmodernen Gesellschaft zunehmend auf nicht direkt verfügbare, gesellschaftliche Vorgaben und Abhängigkeiten. Auswirkungen der Globalisierung, Umwelt, Klima, Natur, Arbeitsmarkt beeinflussen immer mehr die individuelle Lebenswirklichkeit.

Auf diesem Hintergrund bedarf Kinder- und Jugendarbeit neuer Bezugspunkte.

Dabei verfügt die Kinder und Jugendarbeit aufgrund ihrer offenen Struktur , der ganzheitlich angelegten Methodik die gesellschaftstheoretischen Verbindungen abzuleiten und in Konzepte zu integrieren.

Jugendarbeit ist der Ort an dem sich eine hohe Sensibilität für Prozesse einer gelingenden Identitätsbildung und Sozialisation entwickeln kann.

Es zeigt sich rückblickend, nicht nur in der Verbandsgemeinde Altenahr, dass sich Kinder und Jugendliche weniger in längerfristig angelegte Jugendfreizeitgruppen organisieren, dafür wächst das Interesse an Projektgruppen in einem fest umrissenen  Zeitrahmen und Aufgaben –, Aktions-  und Themenspektrum.

Außerdem nimmt der individuelle Beratungsbedarf bei den Jugendlichen zu. Hierbei stehen Fragen und Probleme der aktuellen Lebensbewältigung, sowie  beruflicher Perspektiven im Vordergrund.

Wir wollen Jugendliche systematisch darin begleiten und fördern , innerhalb unserer Verbandsgemeinde persönliche, organisatorische und gemeinschaftliche Ressourcen einzubringen und zu entwickeln, sie zu ermuntern ihre Themen konfrontativ und reflexiv einzubringen, mit dem Ziel der Autonomie, der Selbstverantwortlichkeit und Schöpfung sozialer Ressourcen im Sozialraum. Diese  Selbstwirksamkeitserfahrung  der Kinder und Jugendlichen durch ihr  persönliches Engagement bedarf der durchgängigen Erfahrung einer demokratischen Alltagskultur und Partizipation.

Dies gelingt nur in einem Netzwerk und der Kooperation unterschiedlicher Organisationen und Menschen im unserem engeren Umfeld und weiteren Umfeld der Verbandsgemeinde.

Dies sind wichtige Ressourcen um in unserer Zeit die Suchbewegung der Kinder und Jugendlichen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen.

[ anker name=”8″]8.      Ziele und Bildungsauftrag

8.1.    Grundprinzipien
Unter Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen ist es Ziel, deren Lebensbedingungen zu verbessern. Hierbei beteiligt Jugendhilfe in der Verbandsgemeinde Altenahr die jungen Menschen aktiv an der Gestaltung. Im Blick auf den Sozialraum versucht Jugendhilfe die einzelnen Lebenssituationen zu erfassen um darauf zu reagieren und den einzelnen individuell zu stärken, indem wir unterschiedliche pädagogische  Ansätze in unsere Arbeit integrieren.

8.1.1. Partizipation
Unter aktiver Mitgestaltung  der Entscheidungsprozesse versteht Jugendarbeit Partizipation als ein wesentliches Prinzip. Partizipation beginnt in unserer Arbeit mit der Absicherung der Teilhabe. So ist es Alltagskultur geworden Kinder und Jugendliche weitestgehend an der Gestaltung von Aktionen und Programmen zu beteiligen. Darüber hinaus wird zum einen durch das Bildungs- und Teilhabepaket, als auch durch Zuschüsse der Verbandsgemeinde Altenahr sichergestellt, das Teilnehmer nicht sozial benachteiligt sind. Familienfreundliche Teilnehmerpreise sind ein Garant dafür.

Die Verbandsgemeinde Altenahr fördert die Ehrenamtlichkeit, die eine wesentliche Säule in unserem Gemeinwesen darstellt, in hohem Maße. So bietet das Jugendbüro in Kooperation mit der Pfarreiengemeinschaft Altenahr die Möglichkeit der Jugendleiterausbildung (JULEICA) an. Desweiteren können Ehrenamtlich an den verschiedensten Projekte partizipiert werden, so z.B. zur Mitgestaltung und Planung des Neujahrsempfangs, des Musikevents Ahr-Rock, im Redaktionsteam der Homepage, in Teams zur Vorbereitung von Aktionen (Nacht des Sports, Fahrten, Kinoangebote oder der Jugendkulttourtage) um nur einige aufzuzählen. Im Rahmen der Dorferneuerung, die schon in vielen Gemeinden unter Beteiligung des Jugendbüros erfolgreich stattfand, sind junge Menschen gefragt und werden aktiv an der Gestaltung ihres Ortes beteiligt. So ist es zur Zeit in der Gemeinde Dernau gelungen Kinder und Jugendliche an Dorferkundungen zu beteiligen mit ihnen Präsentationen zu erarbeiten und dem Jugendausschuss vorzustellen. Hier hofft die Jugend das verkehrspoltische Maßnahmen ergriffen werden, der Schulhof seine zentrumsnahe weiterbehält,  das es einen neuen Spielplatz geben wird, das ein gewünschter Grill-, Volleyball- und Bolzplatz entsteht und das der Jugendraum finanzielle Unterstützung erhält.

8.1.2. Sozialraum- und Lebensweltorientierung

Unter Berücksichtigung der Lebensrealitäten von Kindern und Jugendlichen ist eine starke Vernetzung vor Ort sinnvolles Instrument an den Bedürfnissen, Interessen und Erfahrungen der jungen Menschen anzuknüpfen und Zugänge zu finden. Um die Lebenssituation der jungen Menschen zu verbessern, ist es unabdingbar eine größtmögliche Netzwerkarbeit der im Sozialraum vorhandenen Ressourcen sicher zu stellen. So findet beispielsweise eine enge Kooperation zwischen den Fachdiensten der Jugendhilfe und den Schulen in der Verbandsgemeinde statt. Hier ist das Team der Sprechblase an der Ahrtalschule genauso zu nennen wie das innovative Kindergarten-Schulmodell, aus dem Bausteine mittlerweile auf die gesamt Gebietskörperschaft übertragen wurde.

Als Antwort auf die Herausforderung von der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und der veränderten Familiensituation wurde rechtzeitig an den 4 Grundschulen und der Realschule+ eine Nachmittagsbetreuung installiert. Verwaltung, Finanzierung, Organisation, Beratung, Teamarbeit und Fortbildung dieses Bereiches ist ebenfalls vom Jugendbüro zu leisten.

Für die verschiedenen Altersstufen werden Ferienprogramme und freizeit-pädagogische Aktivitäten mittlerweile in allen 4 Schulferien organisiert. Des Weiteren werden 2 Kinderferienwochen in den Sommerferien angeboten, die u.a. Kindern aus berufstätigen Familien eine adäquate Ferienalternative geworden ist.

Angepasst an die medialen Gegebenheiten bietet Jugendarbeit in der Verbandsgemeinde differenziertem medienpädagogische Maßnahmen in Form von Film-, Video- und Internetprojekte an. Gerade im Rahmen der Filmarbeit hat sich das Jugendbüro das mobile Kino auf die Fahne geschrieben und bietet jährlich mehrere Veranstaltungen in vielen Gemeinden an. Hier ist zu nenn

en die gute Zusammenarbeit mit dem Landesfilmdienst, der Internetprojekte, Videoseminare und das Themenkino in jedem Herbst möglich macht. Um die Kinder- und Jugendarbeit vor Ort zu stärken, wird unterstützende und beratende Arbeit geleistet. Hierbei werden die Kinder- und Jugendtreffs der einzelnen Ortsgemeinden in der Teamarbeit begleitet, an Aktionen beteiligt, es wird Hilfestellung angeboten bei Neuorganisation und Finanzierung. Gerade die zur Zeit 8 aktiven Jugendtreffs unterliegen einem ständigem Wandel, was die verantwortlichen Betreuer und auch die heranwachsenden Jugendlichen betrifft. Hier wird mit viel Energie und Einsatz versucht aktiv zu sein und zu bleiben.

Generationenübergreifende Arbeit ist mit ein wichtiger Aspekt der Jugendarbeit geworden. Das Projekt MaternJUs, an dem sich Jugendliche für Senioren im Maternus-Stift engagiert haben (Besuch von Minigolf, Jugendherberge, Weihnachtsmarkt, Kino, Koch- und Kunstangebote), das Steinbeißerprojekt und die Lesepatensuche gelten als Beispiel hierfür. “Jung erklärt alt Internet und Handy“ ist ein Projekt in Arbeit.

Kinder- und jugendkulturelle Veranstaltungen werden angeboten. So sorgen  JugendKULTTOURtage, Theater- und Musicalfahrten, das alljährliche Ahr-Rock Festival und vieles mehr für Abwechslung und Erweiterung des kulturellen Horizontes.

8.1.3. Gender Mainstreaming

Gender Mainstreaming meint eine Strategie zur Überwindung geschlechts-bezogener Benachteiligungen. Ziel ist es, dass sowohl Mädchen als auch Jungen gleiche Wahlmöglichkeiten erhalten, die Freiheit sich für eigene Lebens-entwürfe zu entscheiden und diese auch umzusetzen.

Durch die Mitarbeit im Arbeitskreis Viktoria, Kreis Ahrweiler wird ein besonderer Augenmerk auf die Bedürfnisse von Mädchen gelenkt. Hier werden Veranstaltungen entwickelt und in Themenbereichen gearbeitet.

Zum zweiten Male ist es dem Jugendbüro gelungen Träger des Projektes “Sozial engagierte Jungs” zu sein und bietet 10 jungen Männern ab 14 Jahre die Chance soziale Arbeit hautnah kennenzulernen. Dieser Beitrag zur geschlechtsbezogenen Arbeit ist ein erforderlicher Schritt und stützt sich auf Erkenntnisse das Jungs einen erhöhten Aufmerksamkeitsbedarf bekommen müssen. Neben dem wöchentlichen Engagement in einer Kindertagesstätte, Nachmittagsbetreuung oder auch Jugendbüro werden sie von einer männlichen Mentoren gruppe betreut und tauschen die Erfahrungen in monatlichen Treffen aus. Dieses Projekt zeichnet sich durch die hohe Persönlichkeitsbildung aus und ist ein nachhaltiger Beitrag zu einer neuen Männerkultur. Die Wirkung ist enorm und wird von den beteiligten Einrichtungen, den Jungs und auch der Öffentlichkeit bestätigt.

8.1.4. Cultural Mainstreaming

Mit dem Begriff des cultural mainstreaming als Prinzip soll aufgefordert werden sicherzustellen, dass Menschen unterschiedlicher nationaler, kultureller oder ethnischer Herkunft in ihren individuellen Voraussetzungen und Orientierungen Berücksichtigung finden.

Wichtige interkulturelle Arbeit wird geleistet vom Partnerschaftsverein Altenahr-Mártély/Ungarn in enger Kooperation mit dem Jugendbüro. Ebenfalls ganz eng verzahnt die Zusammenarbeit mit der Realschule plus Altenahr und dem kulturverein Mittelahr. Seit 15 Jahren findet ein lebendiger Austausch mit der Partnergemeinde statt, der dem europäischen Gedanken in ganzer Breite nachkommt. Dies gestaltet sich in Schülerbegegnungen, internationale Jugendfahrten, Orientierungspraktikas bis hin zur Teilnahme an Musikevents. Die Kinder und Jugendliche haben die Chance die Menschen und die Kultur persönlich zu erleben, lassen sich von Gastfreundschaften anstecken und wertschätzen somit die andere Kultur. Dies ist ein wichtiger und in der Verbandsgemeinde fest etablierter Bestandteil zum Lernen kulturellen Verständnissen und zur gelebten Friedenserziehung.

8.1.5. Netzwerkarbeit, Arbeitskreise, Gremien

Konsequent durchgeführt bedeutet Netzwerkarbeit dass auf kommunaler, regionaler und kreisweiter Ebene in den  Bereichen Jugendhilfe, Schule, Ausbildung sowie Gemeindeentwicklung mit dem Ziel der Verbesserung der Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen zusammen gearbeitet werden soll. Unter Einbeziehung der vorhandenen Ressourcen (Vereine, Verbände, Kirchen, Treffs) vor Ort bis hin zur Landesebene findet ein reger Austausch und eine nachhaltige Zusammenarbeit statt.
Hier bei uns in der Verbandsgemeinde Altenahr ist ein buntes und dichtes Netzwerk entstanden das gemeinsam im Sinne unserer Kinder und Jugendliche die Fäden in der Hand hält und innovativ und zukunftsorientiert arbeitet: der Ausschuss Kinder, Jugend und Familie, der Schulträgerausschuss, die Gemeinderäte, der soziale Arbeitskreis Quo-Vadis, die Kirchlich-Kommunale Runde, die Schulleiterrunde, die Sprechblase an der Realschule plus Altenahr, die Teams der Betreuungen an den Grundschulen und der Ahrtalschule, die Außenstellen von Donum Vitae und Lebensberatung, der Kulturverein Mittelahr e.V., die Vereine mit Kinder- und Jugendarbeit.

8.1.8. Kinder- und Jugendschutz

Der Kinder- und Jugendschutz stellt die Schutzbedürftigkeit und den Schutzauftrag von  Kinder und Jugendlichen  in den Fokus und ist beauftragt negativen gesellschaftlichen Einflüssen wie Drogen, Süchte, Medien usw. entgegenzuwirken. Das ProBüro für Jugendarbeit wirkt diesem Auftrag präventiv, erzieherisch und auch strukturell entgegen. Viele Angebote, die von Kindern und Jugendliche genutzt werden, tragen dem Ziel der Persönlichkeitsstabilisierung Rechnung und möchten sie stark machen fürs Leben. In diesen Auftrag werden die Eltern genauso einbezogen, wie die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die im Rahmen von Schulungsmaßnahmen darauf vorbereitet werden. Die jährlich stattfindende Kundgebung gegen Rechts, an der sich das Jugendbüro mit Jugendlichen beteiligt, die durchgeführten Jugendschutzmaßnahmen in Kooperation mit Ortspolizeibehörde und Polizei, sowie die jährlich stattfindende „Woche der Kinderrechte“ sind nur ein paar genannte Maßnahmen, die in den Kinder- und Jugendschutz hineinwirken. Neben den vielen Querschnittserfahrungen hat die Institution ProBüro für Jugendarbeit praktische Vorbildfunktion und sieht sich als Anwalt für Kinder und Jugendliche. Das enge Netzwerk in die Verbandsgemeinde hinein, als auch die guten Kontakte zu den Fachdiensten des Jugendamtes, sind ein Garant für Kooperation und Kontinuität in Begleitung der jungen Menschen.

9.      Methoden der Qualitätssicherung:

Bei einem umfassendes Qualitätsmanagement werden Qualitätsstandards entwickelt und umgesetzt. Das  Ergebnis  wird dahingehend überprüft, inwieweit  Standards und auch Ziele der Arbeit , mit dem Ergebnis der Überprüfung übereinstimmt.

Auch bei einer Übereinstimmung bleibt jedoch die Frage nach dem Erfolg und der Wirkung offen. Denn erstens erfolgt Soziale Arbeit und somit auch die Umsetzung der Standards, von Fachkräften und NutzerInnen gemeinsam und zweitens können verschiedene unvorhersehbare Faktoren diesen Prozess beeinflussen.

Evaluation bietet die Möglichkeit diese Frage zu beantworten, aber auch ob es Sinn macht, Handlungen zu wiederholen.

Es geht im weitesten Sinne um einen andauernden Wirksamkeitsdialog , der sich auf allen Ebenen  in der Arbeit des Jugendbüros Altenahr zeigt und entwickelt.

Im Binnenverhältnis der Arbeit des Jugendbüros stehen Programmevaluationen, neben Selbstevaluation, Teamevaluation und kollegiale Evaluation der pädagogischen Arbeit.

Dies bezieht sich sowohl auf das hauptamtliche Kernteam, als auch auf die verschiedenen Projektteams und die Teams der Nachmittagsbetreuungen.

Eine weitere Dialogebene sind Arbeitsgruppen auf Verbands- und Kreisebene z.B. die Arbeitsgemeinschaft offene Jugendarbeit im Kreis Ahrweiler, , die Fachtagungen auf Landesebene und die zahlreichen unter Punkt 8.1.5. genannten Gremien und Netzwerke in denen Standards für die pädagogische Arbeit generell oder auch partiell entwickelt werden.

Dieser Dialog wird durch begleitende Fortbildungen und Besuche von Fachtagungen der hauptamtlichen Mitarbeiter ergänzt, z.B. Fortbildungen der MitarbeiterInnen der Nachmittagsbetreuung, Studientage der AG offene Jugendarbeit und des Netzwerkes Jugend, Seminare der Fachstelle für Jungenarbeit, des Landesjugendamtes und des sozialpädagogischen Fortbildungsinstituts, nur um einige zu nennen.

Integriert sind auf dieser Ebene auch Angebote der Supervision, Intervision und Konzeptentwicklung. Qualitätssicherung, ist andauernde Aufforderung zur Überprüfung  und Weiterentwicklung des Konzepts der Kinder- und Jugendarbeit  auf der Verbandsgemeindeebene. Unabdingbar  bleibt  für diesen kommunalen Wirksamkeitsdialog die Einbindung aller freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe und weitere Organisationen  auf der Verbands- und Kreisebene

10.    Ausblick

Folgende Themen bieten sich für einen Austausch im Ausschuss Kinder, Jugend und Familie an:

  • Geschlechtsbezogene Arbeit
  • Vereinbarkeit von Schule und Beruf
  • Demografischer Wandel (Veränderung anzeigen)
  • Berufsorientierung
  • Mediales Zeitalter
  • Generationsübergreifende Arbeit
  • Sozialraumorientierung (Vernetzung, Vereine, freie Träger…)
  • Jugend und Politik, Möglichkeiten und Grenzen von Beteiligungsformen
  • Migration
  • Gesundheitsförderung


11.    Impressum

            Pro Büro für Jugendarbeit
            der Verbandsgemeinde Altenahr
Schulstr. 3,
53505 Altenahr-Altenburg

            Telefon:       02643.8174
            Fax:                02643.902640
            E-Mail:          jugendbuero@proju-altenahr.de
            Website:      www.probuero-altenahr.de

12.    Anhang

(Gesetzestexte)

§ 1 SGB VIII

Recht auf Erziehung, Elternverantwortung, Jugendhilfe

(1) Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.

(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.

(3) Jugendhilfe soll zur Verwirklichung des Rechts nach Absatz 1 insbesondere

1. junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung fördern und dazu beitragen, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen,

2. Eltern und andere Erziehungsberechtigte bei der Erziehung beraten und unterstützen,

3. Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl schützen,

4. dazu beitragen, positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien sowie eine Kinder- und familienfreundliche Umwelt zu erhalten oder zu schaffen.

 

§8a SGB VIII

Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung

(1) Werden dem Jugendamt gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen bekannt, so hat es das Gefährdungsrisiko im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte abzuschätzen. Dabei sind die Personensorgeberechtigten sowie das Kind oder der Jugendliche einzubeziehen, soweit hierdurch der wirksame Schutz des Kindes oder des Jugendlichen nicht in Frage gestellt wird. Hält das Jugendamt zur Abwendung der Gefährdung die Gewährung von Hilfen für geeignet und notwendig, so hat es diese den Personensorgeberechtigten oder den Erziehungsberechtigten anzubieten.

(2) In Vereinbarungen mit den Trägern von Einrichtungen und Diensten, die Leistungen nach diesem Buch erbringen, ist sicherzustellen, dass deren Fachkräfte den Schutzauftrag nach Absatz 1 in entsprechender Weise wahrnehmen und bei der Abschätzung des Gefährdungsrisikos eine insoweit erfahrene Fachkraft hinzuziehen. Insbesondere ist die Verpflichtung aufzunehmen, dass die Fachkräfte bei den Personensorgeberechtigten oder den Erziehungsberechtigten auf die Inanspruchnahme von Hilfen hinwirken, wenn sie diese für erforderlich halten, und das Jugendamt informieren, falls die angenommenen Hilfen nicht ausreichend erscheinen, um die Gefährdung abzuwenden.

(3) Hält das Jugendamt das Tätigwerden des Familiengerichts für erforderlich, so hat es das Gericht anzurufen; dies gilt auch, wenn die Personensorgeberechtigten oder die Erziehungsberechtigten nicht bereit oder in der Lage sind, bei der Abschätzung des Gefährdungsrisikos mitzuwirken. Besteht eine dringende Gefahr und kann die Entscheidung des Gerichts nicht abgewartet werden, so ist das Jugendamt verpflichtet, das Kind oder den Jugendlichen in Obhut zu nehmen.

(4) Soweit zur Abwendung der Gefährdung das Tätigwerden anderer Leistungsträger, der Einrichtungen der Gesundheitshilfe oder der Polizei notwendig ist, hat das Jugendamt auf die Inanspruchnahme durch die Personensorgeberechtigten oder die Erziehungsberechtigten hinzuwirken. Ist ein sofortiges Tätigwerden erforderlich und wirken die Personensorgeberechtigten oder die Erziehungsberechtigten nicht mit, so schaltet das Jugendamt die anderen zur Abwendung der Gefährdung zuständigen Stellen selbst ein.

§ 11 SGB VIII (Jugendarbeit)

(1) Jungen Menschen sind die zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen. Sie sollen an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen.

(2) Jugendarbeit wird angeboten von Verbänden, Gruppen und Initiativen der Jugend, von anderen Trägern der Jugendarbeit und den Trägern der öffentlichen Jugendhilfe. Sie umfasst für Mitglieder bestimmte Angebote, die offene Jugendarbeit und gemeinwesensorientierte Angebote.

(3) Zu den Schwerpunkten der Jugendarbeit gehören:

1. außerschulische Jugendbildung mit allgemeiner, politischer, sozialer,
gesundheitlicher, kultureller, naturkundlicher und technischer Bildung,

2. Jugendarbeit in Sport, Spiel und Geselligkeit,

3. arbeitswelt-, schul- und familienbezogene Jugendarbeit,

4. internationale Jugendarbeit,

5. Kinder- und Jugenderholung,

6. Jugendberatung.

(4) Angebote der Jugendarbeit können auch Personen, die das 27. Lebensjahr vollendet haben, in angemessenem Umfang einbeziehen.

 


[1] Anlage: Gesetzestext

[2] Vgl. „Empfehlungen für die kommunale Jugendarbeit in Rheinland Pfalz“. Eine Veröffentlichung des Landesjugendamtes, www.Landesjugendamt.de

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